"Sie sind nicht dazu berechtigt, dem Programm fernzubleiben. Sollte es dennoch vorkommen, dass Sie dem Programm nicht beiwohnen können, müssen Sie ein Fehlzeitenbeleg, der von einem A4e-Mitarbeiter genehmigt wurde, vorlegen."
Nie, nie, wirklich nie niemals würde es mir in den Sinn kommen, von dem Programm, welches mein Leben vergoldet, fern zu bleiben. Selbst wenn ich im Sterbebett läge, beide Arme und Beine amputiert bekäme, so würde ich sogar auf Brustwarzen den Weg auf mich nehmen und mich notfalls sogar mit meiner Zunge am Bordstein bis zum A4e-Office schleifen. Ehrlich - ich schwöre!
Urlaub gibt es selbstverständlich in der 9 Monate währenden Maßnahme nicht. Aber das versteht sich von selbst. Schließlich habe ich mich die letzten Jahre als alleinerziehende Mutter von drei Kindern genug ausgeruht. Und wenn mal eins der Plagen Geburtstag hat, kann es den ja schließlich mit den Kellerasseln verbringen.
In den Ferienzeiten bietet es sich an, die Kinder morgens direkt auf die Straße zu jagen, sind ja nicht soviel Autos, dafür um so mehr Kinder unterwegs. Ein Care-Paket häng ich den Kindern dann um den Hals, das funktioniert ja bei Bernersennen schließlich auch. Im Winter gibts statt Leitungswasser eben heißen Tee mit Rum, das sollte vor Frostbeulen schützen.
Die Geschäftsvereinbarung lässt mich zu "Abwesenheit aus besonderen Gründen" wissen:
"Sollten Sie eine Freistellung ... aufgrund eines Notfalls zu Hause oder Ähnlichem benötigen, beantragen Sie diesen über das entsprechende Formular."
Ich bete zu Gott, dass ich über den Notfall vor Eintritt bereits informiert werde, denn bekannterweise werden Anträge nicht rückwirkend bewilligt. Ich fühle mich so gut, wie nie zuvor. Denn ich weiß: A4e will nur mein Bestes.
Bei Verspätungen rufe ich natürlich "schnellstmöglich das A4e-Büro" an und dass ich mein Handy sowieso während der "Teilnahme am A4e-Programm abgeschaltet habe bzw. auf lautlos gestellt" habe, ist mir eine Ehre. Einen Notfallanruf der Kinder kann man freilich auch auf die Abendstunden verschieben.